Tag 152-158: Kompost und Klopapier

Oder: Die Verzweiflung zeigt sich im Detail. Das „Sehen üben“, das ich mir am Anfang des Projektes vorgenommen hatte wird mit der Zeit ziemlich langweilig, wenn man im immer gleichen Umfeld feststeckt. Die Verzweiflung wird so groß, dass ich Motive auf dem Klo und auf dem Kompost finde. Letzteres entpuppt sich als toller Glücksfall, weil das Farb- und Formenspiel der Reste der Physalis-Blüten auf dem Leuchttisch ein fantastisches Motiv abgibt. So fantastisch, dass es für zwei Tage herhalten muss. Und die Begeisterung hat für die ganze Woche gereicht.

Ich experimentiere damit, den Fokuspunkt nicht an die erwartete Stelle zu setzen um Unschärfe an unerwarteten Stellen zu erzeugen. Erfolg: Null. Bei kompakten Gegenständen sieht das Bild einfach falsch fokussiert aus, wenn der Schärfepunkt nicht vorne am Haupt-Objekt sitzt.

Der Rest war Stadt, und Garten – und das Kreuzeiche Stadion bei Nacht. Letzteres hat das Potenzial für einen „richtigen“ nächtlichen Fotoausflug, dann auch mit Stativ. Ich werd’s mir merken.

Gelernt:

  • Der Fokuspunkt sitzt vorne am Haupt-Objekt oder am zentralen Punkt. Wahlloses verschieben bring keinen Gewinn
  • Verfall ist durchaus fotogen