Tag 173-179: Scharf oder unscharf, das ist hier die Frage…

Das Gefühl der Ideenlosigkeit hält an, Motive und Techniken wiederholen sich.

Ich freue mich aber drüber, dass trotzdem immer wieder was gelingt, das mich begeistert und/oder bei dem ich hinterher einen Lerneffekt notieren kann.

An der richtigen Schärfe für meine Makro-Motive arbeite ich weiterhin. Die Hilfsmittel (Zwischenringe, Umkehradapter, s. „Makromania“ in Woche 21) haben nicht den erhofften Erfolg gebracht und viel zu oft fehlt den Bildern der letzte Schliff, weil die Schärfentiefe nicht ausreichend ist oder die Gesamt-Schärfe einfach nicht ausreicht. Unschärfe allein bringt halt auch nix. Unscharfe Bilder (d.h. alles was nicht knack-scharf ist) bleibt per se immer nur mittelmäßig, auch wenn Motiv und Bildaufbau noch so schön sind und die strategische Unschäfte noch so gut sitzt. Es sein denn, die Unschärfe trägt zur Bildaussage bei und hat damit ihren eigenen Wert, z.B. bei der Puppe oder der (nachträglich verstärkten) Randunschärfe der Telefone.

Die unbefriedigende Motivlage bringt mich immer öfter dazu, mit den Möglichkeiten der Nachbearbeitung zu spielen und dabei zu lernen, welche Looks zu meinen Bildern und meinen Absichten passen (s. Woche 22). Wichtig für die Nachbearbeitung mit Filtern und Looks ist für mich, wie bei der Schärfe auch, dass sie die Bildaussage verstärkt (oder verändert, oder überhaupt erst erzeugt) und nicht nur irgendwie optisch „aufhübscht“!

Leicht zu erkennen, dass der Bildlook für die Telefone (Retro-Look „Plastiklinse“), die Puppe (Retro-Look „alt und verblichen“) und die Fabrikgebäude (Doppelbelichtung aus einem Bild erstellt) nachträglich entstanden sind. Aber auch die Rechenmaschine hat eine recht massive Nachbearbeitung zur Kontrastverstärkung über sich ergehen lassen.

Gelernt:

  • Stärker auf die Detail-Schärfe achten. Im Zweifel manuell scharf stellen
  • Die Bildaussage bestimmt die Stilmittel